Gymnasium und Realgymnasium

Gottschalkgasse 21, 1110 Wien

 

Ein Tag in Bratislava

 

Ein Teil der 6C-Klasse hatte im Fach Projektmanagement eine eintägige Exkursion nach Bratislava geplant. Zum Erstaunen der Schüler brachte auch die gewissenhafte Planung eines einzigen Exkursionstages bereits einiges an Arbeit mit sich, insbesondere da der PMA-Lehrer nur als Berater auftreten kann und somit die Selbstständigkeit der Schüler gefragt ist. So musste die Gruppe um Projektleiterin Clara Burgstaller ein geeignetes Verkehrsmittel auswählen, Tickets besorgen, Geld einsammeln, ein Tagesprogramm erstellen sowie Plätze in Museen und in einem Restaurant zum Mittagessen reservieren. Zudem musste, wie auch die andere Projektgruppe, ein umfangreiches Projekthandbuch mit Planungs- und Reflexionsteil zusammengestellt werden, was von den Schülern einiges an Organisationstalent und Kommunikationsfähigkeit abverlangte.

 

Am 13. Juni 2012 war es dann endlich soweit und der Bus mit 15 Schülern und Prof. Mattes und Prof. Baumgartner als Begleitung setzte sich von Wien-Erdberg Richtung Bratislava-Stadtzentrum in Bewegung. Dort angekommen wurden – wohl nicht ganz zur Freude der Lehrer – die Vor- und Nachteile einer globalisierten Esskultur bei einem Frühstück in einer Bratislavaer McDonalds Filiale im Selbstversuch erhoben. Nur mit der Beteuerung, dass zu Mittag der Besuch eines traditionellen slowakischen Lokals am Programm stehe, ließ sich Prof. Mattes doch noch hinreißen, einen scheinbar überteuerten Riesenbecher Kaffee mit dem Namen „McIrgendetwas“ zu sich zu nehmen.

 

Nach einem Rundgang in der Altstadt Bratislavas stand schließlich der Besuch des Stadtmuseums am Programm. Zwar hatte sich in den Museums-Flyern und in den Beschreibungen der Ausstellungsobjekte Englisch als Zweitsprache eingeschlichen, allerdings war das Museumspersonal noch keiner Fremdsprache mächtig, sodass die Lehrer zuerst durch demütige Körperhaltung und schließlich durch überreiztes Gestikulieren um Einlass in die ehrwürdigen Mauern des Museums erbaten. Hierbei machte sich schließlich unser Slowakisch-Dolmetscher und Schüler Rene Adamec bezahlt, der dankenswerterweise alle notwendigen Gespräche mit dem Museumspersonal übernahm.

 

Anschließend an das Stadtmuseum wurde der Michaelerturm, das ehemalige Stadttor mit einer historischen Waffensammlung, besucht. Nach einem deftigen Mittagessen in einem traditionellen slowakischen Lokal flanierte man im Park des Präsidentenpalastes und entschloss sich schließlich noch zusätzlich das pharmazeutische Museum, eine Apotheke im Imperialstil des frühen 19. Jahrhunderts, zu besuchen. Das Museum bestand jedoch leider nur aus drei kleinen Schauräumen mit zwei kurzen Texten auf English. Mit dem Kommentar „Das kann doch nicht alles ein!“ begann Prof. Mattes in einem 20min dauernden Exkurs über die Geschichte der Pharmazie als Wissenschaft, der Geschichte der Medizin und über Seuchen und Krankheiten in der Frühen Neuzeit zu sprechen. Nicht nur die Schüler hörten gespannt zu, auch das Museumspersonal schien von diesem unerwarteten Vortrag aufgeschreckt, wenn nicht gar in ihren Kreisen gestört zu sein. Schließlich teilten sie Prospekte aus, um dieses Ad-Hoc-Referat, das sie weder zu verstehen noch zu kontrollieren glaubten, in geregelte Bahnen überführen zu können. Schienen doch die vielen Wörter, welche der junge Mann verwendete, nicht mit jenen in dem kleinen Prospekt übereinzustimmen. Auch die Fragen von Prof. Baumgartner zu den lateinischen Bezeichnungen auf den historischen Arzneimittelschränken passten wohl nicht ins Museumskonzept. Als die Gruppe schließlich das pharmazeutische Museum verließ, schienen die Angestellten förmlich erleichtert zu sein.

 

Nach drei Museumsbesuchen hatten die Schüler nun noch die Möglichkeit, selbstständig in Kleingruppen durch die Altstadt zu flanieren und ein paar Mitbringsel für zuhause einzukaufen.

 

Um 19:00 trafen sich schließlich wieder alle beim Busbahnhof und zurück ging es nach Wien, wo man erschöpft, aber zufrieden über den erlebnisreichen Tag gegen 20:30 eintraf.

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