Gymnasium und Realgymnasium

Gottschalkgasse 21, 1110 Wien

 

„Mission Hüttengaudi“

Bergwandern mit Prof. Mattes

12 Schüler der 6C-Klasse fassten Anfang März 2012 den Entschluss, im Rahmen des Projektmanagement-Unterrichts bei Prof. Mattes eine Berghütte in den Nördlichen Kalkalpen heimzusuchen. Gesagt getan: Schon vor Beginn wurde das Projekt einer genauen Evaluierung unterzogen. Struktur-, Finanz- und Meilensteinpläne mussten erstellt werden und mit Matthias Balmetzhofer wurde ein Projektleiter gewählt.

 

Am 5. Juni 2012 kam das Projekt nach einer ausführlichen Planungsphase schließlich zur Realisierung. Mit der Bahn ging es in aller Früh mit Prof. Mattes und Prof. Stahn vom Wiener Westbahnhof nach Ebensee am Traunsee, im Herzen des Salzkammerguts. Nach der Besorgung des nötigen Proviants fuhr man im Kleinbus über steile Forststraßen bis zur Karbertalalm auf 1000m Seehöhe: Die restlichen 250 Höhenmeter bis zur Gasselhütte, eine alpine Schutzhütte mit 15 Schlafplätzen, musste man jedoch zu Fuß bewältigen. Hier machte sich bereits die sehr gute Vorausplanung bezahlt, denn drei Schüler hatten trotz einer gemeinsam erstellten Packliste ihre Bergschuhe zu Hause vergessen und stapften bei aufgefrischtem Wind und Temperaturen um die 5-10 Grad mit ihren Halbschuhen bis zur Berghütte. Auch das nachhaltige Knoten von Schuhbändern konnte im Zuge der kurzen Wanderung entsprechend eingeübt werden, sodass schließlich alle – noch mit Schuhen an den Füßen – die gastliche Schutzhütte in den Trauntaler Voralpen erreichten.

 

Gassel-TropfsteinhöhleNach einem stärkenden Mittagessen tauchte die Gruppe schließlich unter der Führung von Prof. Mattes 300 Meter in die zur Schauhöhle ausgebaute Unterwelt des Gasselkogels ein. Durch Stalagmitenwälder, vorbei an Orgelpfeifen und Tropfsteingrotten ging es entlang des kühn angelegten Führungsweges immer weiter in die Finsternis. Am Endpunkt der unterirdischen Reise in die Gassel-Tropfsteinhöhle gelangte man auf eine gesicherte Plattform, von welcher der 90m tiefe Pergarschacht förmlich ins Bodenlose abbricht. Und noch ehe Prof. Mattes mit seinen abenteuerlichen Anekdoten aus dem Leben eines Höhlenforschers zu Ende war, stieg die Besuchergruppe aus den Innereien des Berges wieder an die Oberwelt empor.

 

Als nächster Programmpunkt stand eine 2½-stündige Wanderung zur Tennalm und dem danebenliegenden Tennkogel am Programm. Nach einem einstündigen Marsch durch lichten Mischwald erreichte man schließlich die Almwiese, welche noch von rund 8 Kühen beweidet wurde. Die Rinder schlossen die Schüler sofort ins Herz und verfolgten die Gruppe bis zur Almhütte. Das Senner-Ehepaar, welches bis ins hohe Alter von 90 Jahren die Alm bewirtschaft hatte, lebte nun im Tal und so lag nun die Almhütte wie im Dornröschenschlaf versunken unberührt da. Nach einer Erfrischung mit kühlem Quellwasser ging es über noch von Altschnee durchzogene Almwiesen die letzten 15 Minuten bis zum Kogel, wo sich ein Bergpanorama des Toten Gebirges vom Großen Priel im Osten bis zur Schönberg-Gruppe im Westen einstellte.

 

Am Abend stand ein gemeinsames Barbecue am Programm und nachdem man bereits am Vormittag den Grill mittels einer Materialseilbahn aus den 1930er Jahren vom Tal bis zur Schutzhütte transportiert und angeheizt hatte, stand dem gemeinsamen Grillvergnügen nichts mehr im Wege. Einziger Wehrmutstropfen war, dass das Fleisch und der Grillkäse erst allmählich gar wurden und der Hunger der Gruppe somit nur in mehreren Etappen gestillt werden konnte. Nach einem gemütlichen Beisammensitzen ging man mit Beginn der Hüttenruhe um Mitternacht zu Bett und dank des anspruchsvollen Tagesprogramms kamen auch die beiden Lehrer bald zu ihrer verdienten Nachtruhe.

 

Nach der Tagwache um 8:30 und einem reichhaltigen Frühstück stieg man am frühen Vormittag auf den 30 Minuten entfernten Gasselkogel, von dem man sich imposante Tiefblicke auf den Traunsee und eine Fernsicht bis zum Alpenvorland, Dachstein und dem Mühlviertel erwartete. Der letzte kurze Aufstieg vom Aussichtspunkt bis zum Gipfelkreuz war nur für schwindelfreie Schüler mit gutem Schuhwerk und der Benützung eines Halteseils möglich. Prof. Stahn und Prof. Mattes kümmerten sich um eine entsprechende Sicherung und so konnten fünf Schüler ihren Blick auf den 1000m unterhalb der Felsnase in seinem tiefblauen Bett ruhenden Traunsee werfen.

 

Nach einem deftigen Schweinsbraten auf der Schutzhütte musste die Gruppe leider wieder den Weg zurück ins Tal antreten. Während die Hälfte der Schüler mit Prof. Mattes den Kleinbus ins Tal nahm, wählte der andere Teil der Gruppe mit der Turnlehrerin Prof. Stahn den 2 1/2-stündigen Abstieg über die Spitzlsteinalm nach Rindbach. Als die Gruppe schließlich am Bahnhof in Ebensee wieder zusammentraf, gab es für jeden noch ein großes Eis zur Belohnung, das man sich redlich verdient hatte. Kurz darauf musste man leider schon wieder den Zug nach Wien besteigen.

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