Gymnasium und Realgymnasium

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Manch einer hat (k)eine andere Wahl

risseimbeton

Der am 10.Dezember 2014 im Village Cinema gezeigte Film ,,Risse im Beton“ - mit anschließender Diskussion mit dem Regisseur Umut Dag und zwei Schauspielern – behandelt sehr ausdrucksstark die im Wiener Untergrund herrschende Jugendkriminalität und Arbeitslosigkeit im Migrantenmilieu.

Nach seiner frühzeitigen Freilassung aus dem Gefängnis beschließt Ertan, einer der Protagonisten des Films, sein Leben vollkommen zu ändern und sich nicht mehr zu kriminellen Handlungen verleiten zu lassen. Zudem versucht er Kontakt zu seinem Sohn Mikail aufzunehmen, ohne dass dieser weiß, dass Ertan sein Vater ist. Mikail scheint dasselbe Leben wie sein Vater vor dem Gefängnisaufenthalt gewählt zu haben, und als er sich aufgrund seines Wunsches Rapper zu werden verschuldet, scheint alles zu eskalieren. Nachdem er dann einen seiner engsten Freunde bei einer Schlägerei lebensbedrohlich verletzt hat, steht er jedoch zu seiner Tat und kommt somit, wie sein Vater damals, ins Gefängnis.

Die im Film von den Jugendlichen gesprochene Sprache scheint eine Art ,,Ghettosprache“ zu sein, die aus gebrochenem und grammatikalisch schlechtem Deutsch besteht. Die Beleuchtung und die Farben sind sehr dunkel und trist gehalten, sodass Grau die Hauptfarbe ist und deutlich die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der Jugendlichen zum Ausdruck bringt. Die Hintergrundmusik besteht hauptsächlich aus Rap, da diese Musikrichtung in eben solchen Milieus entstanden ist und es zudem auch Mikails größter Traum ist, Rapper zu werden.

In unseren Augen ist ,,Risse im Beton“ ein wirklich gut gelungener Film, der einem selber auch die Augen öffnet. Denn kaum einer weiß, wie es wirklich ist, wenn man Tag für Tag am Existenzlimit leben muss und somit keinen anderen Weg sieht als kriminell zu werden. Durch diesen Film wird klar gezeigt, was für ein Leben Jugendliche führen, die aus solch ärmlichen Verhältnissen stammen, sodass man zu schätzen lernt, was für große Perspektiven man selber eigentlich zur Verfügung hat.

( Irem Gökce, Marianne Ivkic und Diana Tran 6A)

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